Geschichte

Die ersten nachzuweisenden Besiedlungsspuren stammen aus den letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt. Die auf dem Gebiet von Czarnowanz, Döbern und Chrosczütz gefundenen Spuren einer einigermaßen weitentwickelten (materiellen) Kultur sowie Gebrauchsgegenstände und römische Münzen deuten darauf hin, dass die Gebiete bewohnt wurden und eine Handelstätigkeit der früheren Einwohner nicht nur mit den Nachbarn, sondern auch mit der Hauptstadt der damaligen Welt nachweisbar ist. Als älteste Siedlung ist Oppeln zu nennen, das am Hauptübergang des Flusses Oder liegt. Die Strecke von Oppeln entlang des rechten Oderufers hatte eine geringere Bedeutung als die heutige über Skorogoszcz und wurde aufgrund der Unannehmlichkeiten und Saisonabhängigkeit seltener benutzt. Die Überschwemmungsgebiete der Oder, ihre Feuchtgebiete und weiten Wälder bewirkten, dass uralte Ansiedlungen - Czarnowąsy, Dobrzeń i Chróścice kleine Siedlungen waren. Die Menschen lebten vom Fischfang, Jagd und Sammeln.

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Erst in der Zeit der Silingen konnte ein verstärkter Fortschritt der Dörfer vermerkt werden. Darauf deuten zahlreiche Funde hin. Vor allem Fragmente von Urnenfeldern sowie Spuren von Herstellung von Keramik und Eisen, die in den drei größten Dörfern nachzuweisen sind. Der größte Teil der Funde fällt in den Zeitraum vom 1. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr.

Gering ist das Wissen über die vorgeschichtlichen Zeiten, hauptsächlich weil die Gegenstände und Bauten (außer der Keramik und einigen Gegenständen aus Bronze und Eisen) hölzern waren und daher nicht erhalten geblieben sind. Stark dokumentiert sind allerdings die Gebrauchs-, Friedhofskeramik, Schmuck, Waffen und einige Werkzeuge.

Die Silingen verließen das Gebiet im Jahre 406 Richtung Westen und die daraufhin eingetroffenen slawischen Stämme wurden bereits im 6. Jahrhundert in den Quellen „Opolinii“ d.h. Opolanie genannt. Das würde heißen, dass die Burg auf dem Oppelner Ostrówek schon in dieser Zeit ein bedeutendes Zentrum war.

Soweit der Dorfname Dobrzeń - Dobern, Doberna auf die Silingen zurückzuführen ist, wurden die Dörfer Czarnowąsy und Chróścice von slawischstämmigen Oppelnern benannt.

klasztor-w-czarnowąsach.jpeg Die erste urkundliche Erwähnung von Czarnowąsy, Dobrzeń Wielki und Dobrzeń Małym fällt in das Jahr 1228, im Zusammenhang mit der Verlegung des Norbertinerinnenklosters von Rybnik nach Czarnowąsy (entstanden im Jahre 1211). Es bedeutet allerdings nicht, dass die Dörfer erst damals entstanden seien. Wenn sich der Oppelner Herzog Kasimir darum bemühte, in Czarnowąsy ein Norbertinerinnenkloster zu errichten, bedeutete dies, dass ihm einiges daran lag, die Gegend wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell voranzubringen und zu stärken. In dieser Zeit gehörten Klöster zu den Zentren des Fortschrittes. Ein Kloster konnte nicht auf unberührtem Gebiet entstehen. Aus diesem Grund kann man behaupten, dass die von Kasimir dem Kloster übergebenen Dörfer zur Grundlage für seine Tätigkeit wurden, d.h. sie funktionierten wirtschaftlich und sicherten gute Bedingungen für die Tätigkeit des Klosters. Sie existierten demgemäß bereits seit langem.  

Während Herzog Kasimir im Jahre 1228 die Orte Czarnowąsy und Dobrzeń Mały dem Kloster übergab – ähnlich wie Żelazna, Stradunia, Zużela, Skorogoszcz, Walce und zahlreiche andere – blieb Dobrzeń Wielki herzoglicher Besitz. Das Dorf musste gleichzeitig als Gegenleistung für die seelsorgerischen Tätigkeiten Abgaben an das Kloster entrichten.

Im Jahre 1998 sind es bis dato 770 Jahre gewesen, seitdem die drei Dörfer erstmals urkundlich erwähnt worden waren.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Chróścice stammt aus dem Jahr 1268, als das Dorf deutsches Recht erhielt. Die Ortschaft muss bereits existiert haben, da man ihren Status ändern konnte. Chróścice gehörte den niederschlesischen Herzögen. Erst im Jahre 1321 wurde das Gebiet bis nach Stobrawa – darunter auch Chróścice – an das Herzogtum Oppeln  angeschlossen. Seit dieser Zeit gehörte die Ortschaft Chróścice, ähnlich wie Dobrzeń zum herzoglichen Eigentum.

kościół-w-kup-drugi.jpeg Die Gebiete des heutigen Dorfes Kup gehörten dem Dorf Dobrzeń. Die Besiedlung hatte ihre Anfänge im Jahre 1607 mit dem Bau einer Mühle im sogenannten Kup durch einen gewissen Lorenz Slensagk aus Chróścic. Der Name Stary Kup (Altes Kupp) entstand erst mit dem Zeitpunkt der Lokalisierung einer neuen handwerklichen Kolonie, genannt Kupp. Die Kolonie wurde gemäß der Pläne eines Architekten aus Brzeg, Derghan, auf den Böden des Möhlers Thomas Lellek erbaut. Dieser bekam für das Abtreten der Gebiete zu Gunsten der Kolonie 32 Morgen Wald. Das Erbauen der Kolonie kostete 14 Tausend Taler. Im Jahre 1782 wurden die Bauarbeiten beendet und die Ortschaft besiedelt. Zu den ersten Einsiedlern gehörten ein Zimmerman, ein Schmied, ein Böttcher, ein Ziegelbrenner, ein Wagner, ein Schneider, ein Gastwirt und ein Chirurg. Erbaut wurde auch ein Rentenamt mit einem Turm und einer Uhr sowie eine evangelische Kirche. Im Jahre 1847 entstand in Kup ein Gericht. Das Dorf hatte eine radiale Form und seine Bewohner lieferten den Nachbarssiedlungen handwerkliche Ware und Dienstleistungen. Es gab im Dorf auch eine Brauerei und Brennerei. Im Jahre 1787 zählte die Kolonie Kup bereits 213 Einwohner. Eine Katholische Kirche wurde erst im Jahre 1897 erbaut.

Die Ortschaften Świerkle (Horst) und Brzezie (Finkenstein) entstanden im Jahre 1773 ähnlich wie Kup als Kolonien im Rahmen des Besiedlungsplans von Schlesien durch den preußischen König Friedrich des Großen.

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes Krzanowice fällt in das Jahr 1450 und bezieht sich auf die Steuer, die die Siedlung dem Kloster in Czarnowąsy übergeben musste.

Nur wenig älter als die Dörfer Brzezie, Świerkle und Kup ist das Dorf Borki. Das erste Dokument, in dem es genannt wird, kommt aus dem Jahre 1724.

Ältestes Dorf der heutigen Gemeinde ist wahrscheinlich Dobrzeń, aber die größte Bedeutung seit dem 13. Jahrhundert hatte Czarnowąsy, dessen Kloster einen religiösen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluss auf die gesamte Gegend hatte. Alt sind auch die Dörfer Chróścice und Dobrzeń Mały sowie Krzanowice. Die restlichen Dörfer entstanden erst im 13. Jahrhundert.

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