Charakteristik sakraler Holzarchitektur

Eine große Gruppe der Sehenswürdigkeiten innerhalb der Gemeinde bilden Objekte der sakralen Architektur. In vier der Ortschaften der Gemeinde befinden sich Kirchen von historischem Wert oder Kirchen mit historisch wertvollen Elementen (Chróścice -1 Kirche, Dobrzeń Wielki –3, Kup –2, Czarnowąsy –2).

Zu den wertvollsten erhalten gebliebenen kulturellen Sehenswürdigkeiten gehört die Ablasskirche zum Heiligen Rochus, erbaut im Jahre 1658. Die Kirche wurde gründlich erneuert oder umgebaut im Jahre 1752 und weiter in den Jahren 1928, 1958 und zuletzt 2006. Die Kirche ist auf einer Anhöhe im nördlichen Teil des Dorfes situiert und mit dem Presbyterium nach Norden gerichtet. Es handelt sich hier um eine Holzkirche in Blockbaukonstruktion. Die Kirche beinhaltet ein kurzes, dreiseitig geschlossenes Presbyterium, an das von der östlichen Seite eine Sakristei angeschlossen wurde. Im Gang vom Presbyterium mit schrägen Wänden hat die Kirche ein breiteres rechteckiges Schiff. Der Innenraum weist eine flache Decke auf. Der Orgelchor mit seinem mittleren Teil, der in den Raum hervortritt, stützt sich auf vier Pfeilern. In der Sakristei und in den Seitenwänden befinden sich rechteckige Brettertüren. In beide Seiteneingänge des Schiffs wurden beschlagene Brettertüren eingesetzt. Von außen wird die Kirche von pfostengestützten Laubendächern umschlossen (Bogengänge). Um das Presbyterium herum sind die Laubendächer etwas höher, verschalt und bilden einen kleinen Lagerraum. Von der Frontseite auf der Südseite befindet sich  über dem Laubendach ein Gang, gestützt auf vier Pfeilern mit Zugang zum Chor. Die Kirche wird von Sattel- und Pultdächern mit Schindeleindeckung bedeckt. Der barocke Hauptaltar stammt etwa aus dem Jahre 1700. Im zentralen Teil des Altars befindet sich ein gegenwärtig umbemaltes Bild des Hl. Rochus, verziert mit einem vielfältigen Rahmen mit Akhantusblättern und Skulpturen von Heiligen und Engeln sowie einer Skulptur der Muttergottes mit dem Jesuskind. Die ebenso barocken Seitenaltäre kommen aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. Die barocke Kanzel aus den Anfängen des 17. Jahrhunderts ist auch vielfältig verziert mit Akhantusblättern und Skulpturen der vier Evangelisten. Darüber eine Skulptur des Jesuskindes auf einer Erdkugel in Engelbegleitung. Rund um die Kirche ein Friedhof umschlossen von einer Ziegelmauer mit Kreuzwegstationen. Auf der süd-westlichen Seite ein gemauertes Tor. Das gesamte Gebiet ist reich mit Altbäumen bewachsen. Der Zugang zur Kirche und die Hauptwege sind aus Grafitsteinen gepflastert, die im Einklang mit dem hölzernen Körper der Kirche stehen. 

kościół-w-dobrzeniu-drewnia.jpeg Die ehemalige Pfarrkirche zur Hl. Katharina in Groß Döbern wurde als erstes im Jahre 1325 erwähnt. Das bis heute an dieser Stelle stehende Gebäude der Kirche wurde im Jahre 1842 erbaut und besteht zum Teil in der unteren Partie aus Mauern des im 15. oder 16. Jahrhundert erhobenen Turmes. Kirche im neogotischen Stil, gemauert aus Ziegelstein und verputzt (außer der ältesten Fragmente der Mauer). Das Presbyterium gleicht in seiner Form annähernd einem Rechteck. Der deutlich breitere Korpus der Kirche war anfangs dreischiffig, vierjochig, mit einem Turm, der teilweise den ersten Joch des südlichen Schiffes einnimmt. Im Westen befindet sich ein geräumiger Anbau, in dem sich die Betreuungsstation der „Caritas“ befindet. Die Kirche überdecken Satteldächer, mit Dachziegeln, der Turm hingegen bedeckt mit Blech, mit einer im Jahre 1842 dazu gebauten Geschoss bekrönt mit einer Spitze. Östlich in der die Kirche umgebenden Mauer befindet sich ein barockes Tor aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, gemauert und verputzt, mit einer halbkreisförmigen geschlossenen Arkade mit Pilastern. Gekrönt wird das Tor vom doppelten Gesims, über welchem sich ein Giebel aus vereinfachten Voluten, flankiert durch zwei obeliskenförmige Fialen, befindet. 

Die neue gemauerte Pfarrkirche zur Hl. Katharina wurde im Jahre 1934 erbaut. Im Inneren befindet sich eine barocke Skulptur des Hl. Sebastian aus dem 18. Jahrhundert.

Die Pfarrkirche zur Hl. Hedwig von Schlesien in Chróścice, wurde schon im Jahre 1687 als eine Filialkirche von Siołkowice erwähnt. Die heutige Kirche wurde ca. 1804 erbaut und weiter ausgebaut in den Jahren 1936-37 in Form einer Dreischiffsbasilika.

Von der früheren barock-klassizistischen Kirche ist der Turm mit Anbauten an den Seiten erhalten geblieben. Im Innenraum befindet sich ein neobarocker Hauptaltar und ein barockes Tabernakel aus dem 13. Jahrhundert. Zwei barocke Seitenaltäre kommen aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts.

kosciol.jpeg Die aus Ziegeln gemauertePfarrkirche zum Hl. Georg in Kup wurde in den Jahren 1897-98 erbaut. In seiner Nähe befindet sich auch eine auch aus Ziegeln gemauerte, im Jahre 1894 erbaute nachevangelische Kirche zur Muttergottes der immerwährenden Hilfe.

Um die Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde in Czarnowąsy die Pfarrkirche zum Hl. Norbert erbaut. Im Jahre 1643 wurde die Kirche beschädigt oder verbrannt und ca. 1653 erneut überwölbt. In dieser Zeit wurde auch der Turm aufgesetzt. Nach 1777 wurde die Kirche bei Erhaltung der Außenmauer gründlich und im barocken Stil umgebaut. Die Kirche wurde aus Ziegeln erbaut und weiter verputzt. Das dreijochige Presbyterium wird von einer geraden Wand mit von innen gerundeten Ecken geschlossen, daneben befindet sich ein Anbau mit zwei Vorhallen und im ersten Stock das alte Oratorium. Die Innengestaltung ist einheitlich, barock-klassizistisch, aus der Zeit des Umbaus nach dem Jahre 1777.

Zu den wertvollen sakralen Denkmälern in der Gemeinde gehörte die auf einer Anhöhe östlich des Dorfes Czarnowąsy befindliche Schrotholzkirche zur Hl. Anna, in der jährlich festliche Patroziniumfeste gefeiert werden. Die in den Jahren 1687-88 in einer Blockbautechnik gezimmerte Ablasskirche verbrannte vollständig am 19. September 2005. Die Kirche wurde im alten Stil aus brandsicherem Material wiederaufgebaut.

Zu einem bedeutungsvollen landschaftlichen Element der Gemeinde und insbesondere des Dorfes Czarnowąsy wurden die Klostergebäude, aktuell bewohnt und bewirtschaftet von Ordensschwestern der Hl. Hedwig. Das Nonnenhaus im Klosterkomplex wurde im Jahre 1682 vom Baumeister Jan Franciszek Fröhlich aus Opawa erbaut. Erneuert in den Jahren 1869 und 1927-28 erhielt er seine barocke Gestaltung. Aus Ziegeln gemauert und verputzt wurde die Kirche auf L-förmigem Grundriss angelegt, mit einem langen Korpus auf der nord-südlichen Achse und kürzerem Arm von nordwestlicher Richtung, der sich mit der Pfarrkirche verbindet. Die spätbarocke, sogenannte Prälatur im Klosterkomplex wurde in den Jahren 1727-30 erhoben. Ähnlich wie das Nonnenhaus – aus Ziegeln gemauert und verputzt – wurde sie in den Jahren 1923-28 und 2005 erneuert. Die Prälatur besteht aus Stöcken und ist teilweise unterkellert. Im Osten ist das dreiflüglige Gebäude an das Nonnenhaus angeschlossen und umfasst den rechteckigen Innenhof, der mit einer Wand das Nonnenhaus abschließt. Das Gesamtgebäude besteht aus einem Trakt mit Fluren. 

Erhalten geblieben ist ein Teil der Schutzmauer um das Kloster herum, ursprünglich gestärkt von einer Reihe von Basteien, erbaut ca. 1600. Nach den Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Im Norden und teilweise auch im Osten sind Mauern, die das Kloster, den ehemaligen Garten und den Gutshof umfassen, erhalten geblieben. Im Dorf Czarnowąsy sind auch historisch wertvolle Grünflächen – Gärten des Klosterkomplexes – zu finden.

In den Ortschaften der Gemeinde Dobrzeń Wielki kann man zahlreiche Kapellen, die meistens in der naheliegenden Umgebung von Häusern und Feldwegen gebaut worden waren, finden. Es sind größtenteils eingeschossige, gemauerte, in Rechteckform gebaute und mit Sattel- oder Walmdächern bedeckte Gebäude. Die meisten werden auf die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert datiert. Die älteren sind vorwiegend mit Putz bedeckt, diejenigen hingegen, die aus dem späteren Zeitraum kommen, wurden mit hochwertigeren Ziegelsteinen gebaut und blieben unverputzt. Die älteste barocke Kapelle, die in ihrem Balkengerüst ein Baudatum enthält fällt in das Jahr 1722 und befindet sich in Chróścice. Im Innenraum befindet sich eine Rokokoskulptur des Hl. Johannes Nepomuk aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In Borki ist eine hölzerne Säulenkapelle erhalten geblieben. Eine weitere Gruppe bilden Glockenturmkapellen mit einem einheitlichen Bau, drei- oder viergeschossig, wobei die einzelnen Geschosse von Gesimsen oder Absätzen voneinander getrennt sind, mit einem kleinen Turm und verputzt. Dieser Art Kapellen befinden sich u.A. in Chróścice an der ul. Babilas, in Borki an der ul. Obrońców Pokoju, in Krzanowice an der ul. Armii Ludowej, in Świerkle an der ul. Słowackiego und in Brzezie an der ul. Wiejska. Eine Ausnahme bilden Kapellen in Dobrzeń Mały. Die Kapelle an der ul. Odrzańska ist niedrig, zweigeschossig und die zweite in Otok – gebaut aus Ziegelsteinen – ist hoch aber nicht verputzt. In den Nischen befinden sich Skulpturen und Malereien von Heiligen – die ältesten stammen aus der Jahrhundertwende vom 18.  und 19. Jahrhundert. Zu einer anderen Gruppe gehören auf Säulen stehende Skulpturen von Heiligen – vom Hl. Johannes Nepomuk in Kup und zwei in Czarnowąsy sowie vom Hl. Rochus in Dobrzeń Wielki. Die auf dem Friedhof in Czarnowąsy aus Stein angefertigte Figur des Hl. Johannes Nepomuk kommt aus dem Jahre 1722.

Die Kirchen innerhalb der Gemeinde Dobrzeń Wielki gehören der römisch-katholischen Pfarrgemeinde an, die Kapellen hingegen wurden meistens auf Böden von privaten und Rechtspersonen sowie der Pfarrgemeinde und Gemeinde errichtet.

Die Gebäude mit sakraler Bedeutung werden gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung genutzt und sind im guten Zustand erhalten. Systematisch werden an ihnen Renovierungs- und Konservierungsarbeiten durchgeführt. Zu Objekten von historischem Wert zählen auch Friedhöfe der katholischen Pfarrgemeinden in Dobrzeń Wielki in der Umgebung der St. Rochus Kirche, in Czarnowąsy und in Kup sowie der einzige evangelische Friedhof in Kup, der im Kommunalbesitz liegt.

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